Interreligiöser Dialog

Mit ihren Werten und Maßstäben sind Religionen besonders in der Lage, in einer pluralistischen Gesellschaft den sozialen Zusammenhalt zu fördern: Statt eines gleichgültigen Nebeneinanders bedarf es eines konstruktiven Miteinanders, statt Abschottung gegenseitige Bereicherung. Die Bahá’í-Gemeinde fördert die Begegnung von Menschen unterschiedlichen Glaubens durch die Mitarbeit in den verschiedenen Foren des religionsübergreifenden Dialogs.

Wie hier In Berlin engagieren sich Bahá'í in vielen Städten Deutschlands für einen religionsübergreifenden Dialog.
Gruppenfoto Berliner Dialog der Religionen

Religionen haben sich in der Geschichte der Menschheit als integrierende Kraft erwiesen. Menschen unterschiedlichster Kultur und Bildung wurden unter ihrem jeweiligen Dach vereint. Andererseits zählten die Religionen zu den hartnäckigsten Friedensstörern, weil Endgültigkeits- und Exklusivitätsansprüche den Blick für ihre Gemeinsamkeiten verstellten und Feindbilder entstehen liessen.

Nach den Lehren Bahá'u'lláhs gilt es, ausgrenzende Absolutheitsansprüche aufzugeben und den gemeinsamen Ursprung aller Religionen zu erkennen. Die Unterschiede zwischen den Religionen dürfen die Menschen nicht davon abhalten, gemeinsam zum Wohl der Gesellschaft zu arbeiten. Der religionsübergreifende Dialog soll eine Grundlage dafür schaffen, sich auf gleicher Augenhöhe zu begegnen und gemeinsam zu handeln - als Einheit in der Vielfalt.

Vor diesem Hintergrund unterstützt die Bahá'í-Gemeinde Deutschland den interreligiösen Dialog auf allen Ebenen.

Auf der Ebene der Städte und Gemeinden kommt den Runden Tischen und neuerdings auch den Räten der Religionen Bedeutung zu. 2006 hat die Stadt Köln einen Rat der Religionen eingerichtet, in dem rund 20 Religionsgemeinschaften vertreten sind. Seit 2008 gibt es einen vergleichbaren Rat der Religionen in Frankfurt am Main. In beide Räte wie auch in Räte und Foren anderer Städte bringen sich die Bahá’í mit ihren Vorschlägen und Ideen ein.

In Berlin beteiligen sich die Bahá'í an der Langen Nacht der Religionen, die im Rahmen des von der Senatsverwaltung für Kultur initiierten Berliner Dialogs der Religionen jährlich organisiert wird. Die Berliner Vertretung des Nationalen Geistigen Rates der Bahá'í war bis 2014 die Geschäftsstelle dieser Veranstaltungsreihe, die zuletzt über 10.000 Menschen anzog.

In einer Reihe von deutschen Städten wirken die Bahá’í auch bei Religions for Peace (früher WCRP) - einer international tätigen Organisation - mit, ferner bei interreligiösen Tagungen wie dem Nürnberger Forum.

"Verkehrt mit allen Religionen in herzlicher Verbundenheit und Eintracht, auf dass sie Gottes süße Düfte von euch einatmen. Hütet euch, dass euch im Umgang mit den Menschen nicht die Flamme törichter Unwissenheit überwältige. Alles kommt von Gott und alles kehrt zu Ihm zurück. Er ist aller Dinge Ursprung, und in Ihm haben alle Dinge ihr Ende."Bahá'u'lláh

Musik & Künste

Runder Tisch der Religionen in Deutschland

Seit 1998 ist die Bahá'í-Gemeinde am Runden Tisch der Religionen vertreten. Das ist eine Einrichtung auf Bundesebene mit hochrangigen Repräsentanten verschiedenster Kirchen und Religionen. Der Runde Tisch trifft sich zweimal jährlich zur gegenseitigen Information, zur Planung einen jährlichen Tags der Religionen sowie zu Stellungnahmen für die Presse und für die Religionsgemeinschaften im interreligiösen Kontext.

Abrahamisches Forum

Seit 2006 ist die Bahá'í-Gemeinde als vierte abrahamische Religion mit eigener Prägung - neben Judentum, Christentum und Islam - auch beim Abrahamischen Forum vertreten. Die Bahá’í unterstützen unter anderem die Arbeit der Abrahamischen Teams. Diese eingespielten, drei- bis vierköpfigen Teams stehen in erster Linie für Diskussionen in Schulklassen zur Verfügung.

United Religions Initiative

Die United Religions Initiative (URI) ist eine internationale Einrichtung mit Sitz in San Francisco, die ihren Anfang mit dem 50-jährigen Bestehen der Vereinten Nationen 1993 nahm. Bahá'í engagieren sich in vielen der heute in über 60 Ländern vertretenden Graswurzelinitiativen von URI, die einen alltäglichen Austausch unter den Religionen ermöglichen. In Deutschland arbeiten Bahá'í im bundesweiten Kooperationskreis sowie auf lokaler Ebene mit.