Kurzinformationen zur Bahá'í-Religion

  • Die Bahá'í-Religion ist eine über die ganze Erde verbreitete Weltreligion. Im Zentrum steht der Gedanke der Einheit der Menschheit. Diese ist als organische Einheit zu verstehen, die in einer zukünftigen globalen Friedensordnung die Vielfalt der Menschen, Völker und Kulturen willkommen heißt. "Die Erde ist nur ein Land, und alle Menschen sind seine Bürger", sagte Bahá'u'lláh (arab.: Herrlichkeit Gottes, 1819-1892), der Stifter der Bahá'í-Religion.

  • Bahá'u'lláh hat sich Mitte des 19. Jahrhunderts als Gottesoffenbarer erhoben und diesen Glauben gestiftet. Die weltweite Bahá'í-Gemeinde spiegelt die Vielfalt der Weltbevölkerung wider und bildet einen Querschnitt der Menschheit: Mittlerweile gibt es in jedem Land und fast jedem Gebiet der Welt Angehörige des Bahá'í-Glaubens. Sie stammen aus den verschiedensten kulturellen und sozialen Ursprüngen, leben in über 100.000 Orten der Erde und repräsentieren über zweitausend ethnische Gruppen.

  • Der Glaube an die Einheit der Menschheit regt sie zu zahlreichen Aktivitäten an, deren Ziel es ist, Vorurteile zu überwinden und die soziale, kulturelle und wirtschaftliche Entwicklung zu fördern. Ihre Inspiration beziehen die Bahá'í aus den Schriften Bahá'u'lláhs. An zentraler Stelle steht dabei die Überzeugung, dass "die Völker der Welt, welcher Rasse oder Religion sie auch angehören, ihre Erleuchtung derselben himmlischen Quelle verdanken und einem einzigen Gott unterstehen."

  • Laut Encyclopedia Britannica (Jahrbuch 2003) ist die Bahá'í-Religion nach dem Christentum die geographisch am weitesten verbreitete Religionsgemeinschaft.

  • Priestertum und Klerus gibt es in der Bahá'í-Gemeinde nicht. Die Organisation der Gemeinschaft und ihr Aufbau gehen in den Grundzügen auf Bahá'u'lláh selbst zurück. An die Stelle von Geistlichen und Klerus treten demokratisch gewählte Gremien, die für alle Belange der Gemeinde verantwortlich sind.

  • In Deutschland gibt es seit 1905 Angehörige des Bahá'í-Glaubens. Derzeit bestehen in der Bundesrepublik über einhundert der gewählten administrativen Gremien auf lokaler Ebene; insgesamt sind die Bahá'í in über 900 Städten und Gemeinden vertreten.

  • Von den örtlichen Bahá'í-Gemeinden werden jährlich in freier, geheimer Wahl ein "Geistiger Rat" als Führungsgremium gewählt, in jedem Land ein "Nationaler Geistiger Rat". Diese aus neun Personen bestehende Körperschaft repräsentiert die Gemeinde auf bundesweiter Ebene. In Deutschland besteht seit den 1920Jahren ein Nationaler Geistiger Rat - eine Ausnahme bildeten nur die Jahre 1937 bis 1945 wegen des durch einen Sondererlass Himmlers verfügten Verbots der Bahá'í-Gemeinde.

  • 1964 wurde in Hofheim am Taunus bei Frankfurt am Main das erste Europäische Bahá'í Haus der Andacht eingeweiht; es steht allen Menschen offen, ungeachtet ihrer Religionszugehörigkeit oder Weltanschauung. Das Land Hessen nahm das Haus der Andacht 1987 in den Kreis der Kulturdenkmäler auf.

  • 2013 wurde der Bahá'í-Gemeinde Deutschland vom Land Hessen die Rechtsform einer Körperschaft des öffentlichen Rechts verliehen.

  • 2014 feiert die Bahá'í-Gemeinde Deutschland das 50-jährige Jubiliäum des Europäischen Hauses der Andacht in Hofheim-Langenhain.

 

 

Zahlen und Fakten