Geschichte der Bahá'í in Deutschland - 1905 bis 1933

 Die Geschichte der Bahá’í-Gemeinde in Deutschland lässt sich bis auf das Jahr 1905 zurückverfolgen, als ein erster Bahá’í aus den USA nach Deutschland zog. Über einhundert Jahre später zeigen sich die rund sechstausend Bahá’í in über einhundert örtlichen Gemeinden als eine lebendige Gemeinde. In ihr lernen Menschen aus über 90 Nationen miteinander, was es heißt, eine Einheit in der Vielfalt zu sein. 

1913 besuchte 'Abdul-Bahá, Sohn des Religionsstifters Bahá'u'lláh, auf seinen Reisen in die westliche Welt auch Deutschland. In Esslingen nahm er an einem Kinderfest der noch jungen Bahá'í-Gemeinde teil.

Die Geschichte der Bahá'í-Gemeinde in Deutschland lässt sich bis auf das Jahr 1905 zurückverfolgen. Zu diesem Zeitpunkt zog der deutsch-amerikanische Zahnarzt Dr. Edwin Fischer aus den USA nach Stuttgart, um den Glauben in seiner früheren Heimat bekannt zu machen. Eine erste Veröffentlichung von Briefen 'Abdu'l-Bahás stammt aus dem Jahr 1906. Drei Jahre später erschienen im damaligen Selbstverlag der Bahá'í-Vereinigung die Verborgenen Worte Baha'u'llahs und Die Geschichte der Bahai-Religion.

Der Besuch 'Abdu'l-Bahás in Deutschland im Jahr 1913 war ein Höhepunkt in der Geschichte und Entwicklung der deutschen Gemeinde. Der große Segen, der von diesem Besuch ausging, sollte auch im weiteren Verlauf der deutschen Bahá'í-Geschichte offenkundig werden. Es waren die Städte Stuttgart, Esslingen und Bad Mergentheim, in denen 'Abdu'l-Bahá öffentlich auftrat und Ansprachen hielt. Darin rief er zu religiöser Verständigung, zur Überwindung von Vorurteilen, zur Zusammenarbeit von Wissenschaft und Religion und zum friedlichen Miteinander der Völker auf.

Der Beginn des Ersten Weltkriegs 1914 bremste die weitere Entwicklung der Gemeinde in Deutschland. Kontakte mit Bahá'í aus anderen Ländern waren nur noch sehr eingeschränkt möglich. Nichtdeutsche Bahá'í, so auch Dr. Edwin Fischer, mussten Deutschland verlassen. Die allgemeine wirtschaftliche Not erfasste auch die Bahá'í.

Nach Beendigung des Ersten Weltkrieges sammelten sich die Bahá'í neu. Im Jahre 1919 wurde der Verlag des Deutschen Bahá'í-Bundes GmbH errichtet. Zeitgleich organisierte sich die landesweite Gemeinde unter der Bezeichnung Deutscher Bahá'í-Bund.

Eine erste Bahá'í-Konferenz fand im März 1921 in Esslingen statt. Fragen der Organisation einer sich entwickelnden Nationalgemeinde konnten hier umfassend beraten werden. Ein administratives Gremium auf nationaler Ebene entstand 1923 durch die erstmalige Wahl eines Nationalen Geistigen Rates - zunächst noch gemeinsam für Deutschland und Österreich. Damit zählte die Bahá'í-Gemeinde Deutschland - neben Indien/Burma und den USA - zu den weltweit ersten auf nationaler Ebene organisierten Bahá'í-Gemeinden.

Geschichte der deutschen Gemeinde - 1933 bis 1979

Zum Weiterlesen

Aus Anlass des 100-jährigen Bestehens der Bahá'í-Gemeinde in Deutschland gab der Nationale Geistige Rat der Bahá'í im Jahr 2005 eine Festschrift zu den Grundlagen, der Geschichte und die Entwicklung der deutschen Bahá'í-Gemeinde heraus. 100 Jahre Bahá'í in Deutschland, 1905-2005