Bahá'u'lláh

„In den Tagen, da Ich im Kerker in Teheran lag, vergönnten Mir die schweren Ketten nur wenig Schlaf; dennoch hatte Ich in den seltenen Augenblicken des Schlummers ein Gefühl, wie wenn etwas vom Scheitel Meines Hauptes über Meine Brust strömte, einem mächtigen Sturzbach gleich, der sich vom Gipfel eines hohen Berges zu Tal ergießt. Jedes Glied Meines Körpers wurde so in Flammen gesetzt, und Meine Zunge sprach in solchen Augenblicken Worte, die zu hören kein Mensch hätte ertragen können… Hierauf beschloss dieser Unterdrückte, sich nach Seiner Entlassung aus dem Gefängnis aufzumachen und alle Kraft an die Aufgabe der geistigen Neubelebung dieser Menschen zu wenden." Bahá'u'lláh

Bahá’u’llah ist der Stifter der Bahá’í Religion. Er überlebte die Massaker im Anschluss an die Hinrichtung des Báb, wurde aber in einem Verließ in Teheran (1852) eingekerkert. Dort erhielt Er eine Vision, wie Er sie im obigen Zitat wiedergegeben hat.

Nach Seiner Freilassung musste Bahá’u’lláh Sein Heimatland verlassen. Er ging mit Seiner Familie und einigen Bábi ins Exil ins irakische Bagdad, welches damals zum Osmanischen Reich gehörte. Aber auch die dortige Obrigkeit verbannte Ihn nach zehn Jahren weiter, da sich Bahá’u’llás Ruf als geistiges Oberhaupt und Vereiner der versprengten und verfolgten Anhänger des Báb immer mehr verbreitete. Bevor Er im April 1863 aus Bagdad abreiste, versammelte Er Seine Gefährten in einem Garten und verkündete zum ersten Mal Seinen Anspruch, Gottes Sprachrohr für dieses Zeitalter zu sein. Dieser Garten wurde als Garten Riḍván bekannt (arab. Paradies). Die dort verbrachten zwölf Tage werden jedes Jahr von den Bahá’í der Welt als freudige Festtage gefeiert.

Bahá’u’lláh wurde über Istanbul weiter nach Edirne verbannt, wo Er mehrere Jahre verbrachte. Dort schrieb Er eine Reihe von Sendbriefen an die Oberhäupter der damaligen Welt, so etwa an Kaiser Napoleon III., Königin Victoria, Kaiser Franz Joseph I. und auch Papst Pius IX. In Seinen Sendbriefen forderte Er sie zu Gerechtigkeit auf und verurteilte Tyrannei und Kriegstreiberei. Stattdessen sollten sich Vertreter aller Regierungen zusammentun, um über Wege zur friedlichen Koexistenz und die Förderung der Belange der gesamten Menschheit zu beraten.

„Seid einig, o Könige der Erde, denn dadurch wird der Sturm des Haders gestillt und eure Völker finden Ruhe – wenn ihr doch unter denen wärt, die das verstehen! Sollte einer unter euch gegen einen anderen die Waffen ergreifen, so erhebt euch alle gegen ihn, denn dies ist nichts als offenbare Gerechtigkeit.“ Bahá’u’lláh

1868 erreichte Bahá’u’lláh schließlich die letzte Station Seines langen Verbannungsweges. In der Gefängnisstadt ‘Akka bewohnte Er zunächst zwei Jahre lang eine Zelle und wurde später unter Hausarrest gestellt. In ‘Akka vollendete Bahá’u’lláh Sein Lebenswerk, und dort entstanden Seine wichtigsten Schriften.

Im Jahre 1892 verstarb Bahá’u’lláh und wurde in einem Garten außerhalb der Stadt ‘Akka beigesetzt. 

'Abdu'l-Bahá

Zum Weiterlesen

Die englischsprachige Webseite erzählt das Leben Bahá'u'llás mit zahlreichen, zum Teil seltenen und historischen Fotografien nach.

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